Einstieg in die Meditation – zwei unterschiedliche Meinungen

Ich habe lange darüber nachgedacht wie ich am besten das Meditieren für Anfänger leicht und verständlich erkläre. Für diesen Beitrag habe ich mir Anfangs eine Expertin zur Seite geholt, die mir bei der Erstellung der Meditationsanleitung helfen sollte. Doch schnell habe ich gemerkt, es ist vielleicht nicht das, zu dem ich wirklich stehe.

meditation-tempelDenn möchtest du wirklich alles über den buddhistischen Glauben und den Ursprung des Meditieren wissen, oder möchtest du einfach nur ein entspanntes Leben führen und ruhiger sowie ausgeglichener werden? Klar kann man mit Meditation viel mehr als nur Ausgeglichenheit erreichen, z.B. sein inneres Selbst finden, doch sollte ein Einsteiger meiner Meinung nach erst einmal klein anfangen. Damit ich meinen Stil treu bleibe, habe ich der Expertin, mit dem Namen Anika, ein paar Fragen zum Thema Meditation gestellt. Ich habe dies mit in die Anleitung einfließen lassen, damit du neben meiner modernen Ausdrucksweise auch die spirituelle Erkenntnis kennenlernst.

Welche Hilfsmittel werden zur Meditation benötigt?

Bevor ich zu den beiden Ansichten von Anika und mir komme, möchte ich dir kurz eine Übersicht, mit den Hilfsmittel die du zum Meditieren und zum Erlernen benötigst, geben.

Hilfsmittel für die traditionelle Meditation:

Für die traditionelle Meditation, die du sicherlich aus buddha-raucherstaebchenFernsehen, Internet und Büchern kennst, benötigt man zur Umsetzung und zum Erlernen folgende Hilfsmittel.

Hilfsmittel für die moderne Meditation:

Für die moderne Meditation, die du im nächsten Absatz kennenlernen wirst, benötigst du nur dich selbstMeditationsmusik* kannst du zwar verwenden, ist aber nicht wirklich notwendig. Zum Erlernen benötigst du keine Bücher, es reicht wenn du den Text vollständig liest und das unten eingeblendete Video aufmerksam verfolgst.

Meditation vs. Chillen

chillen-meditieren

Wer an Meditation denkt, denkt auch gleich an Spiritualität, Esoterik und dem dazugehörenden Sachen wie Pendelei und Hellsehen. Doch ich finde, das ist eine veraltete Denkweise. Denn Meditation ist meiner Meinung nach, nichts anderes als Chillen. Und Chillen passt ja nun mal nicht wirklich zum Pendeln und Hellsehen oder?  Ich muss zugeben, die Ausdrucksweise habe ich mir von dem bekannten Personalcoach Peter Frahm angeeignet, den du in einem Video weiter unten kennenlernen wirst.

Anika wie bist du zur Meditation gekommen?

Jedes Leben ist eine Reise zur Menschwerdung. Du denkst vielleicht: Ich bin doch schon ein Mensch, was soll das? So habe ich auch mal gedacht. Aber ich war kein mitfühlender, authentischer Mensch. Ich war über meine Identität verwirrt und litt unter schweren Depressionen. Manchmal reagierte ich wie ferngesteuert nach eingefahrenen Mustern. Ich war innerlich zerrissen. Ich reagierte häufig neurotisch, hatte meine Gefühle blockiert und reagierte gestresst. Auf der Beziehungsebene war es oft unbefriedigend. Mein Herz war so verschlossen, dass ich Herzprobleme bekam. Spätestens da habe ich gemerkt, dass ich mich ändern muss. 

Durch eine Freundin bin ich eher zufällig auf das Thema Meditation gestoßen und war nach einiger Skepsis dann doch bereit es mit dem Meditieren zu versuchen. Der Anfang war schwer, doch schon nach einiger Zeit bemerkte ich ein komisches Gefühl. Ich spürte Ruhe und Gelassenheit. Diese Gefühle waren mir in der Zeit eigentlich Fremd. Ich merkte wie es mir gut tat und beschloss, mich näher mit dem Thema Meditation und tibetischen Buddhismus zu beschäftigen. Dazu muss ich sagen, die erwähnte Freundin ist Buddhistin. 

Was ist Meditation?

buddha-meditationBevor du die eher konventionelle Beantwortung erhältst, möchte ich kurz meine Ansicht zur Meditation loswerden. Ich denke Meditieren ist nichts anderes wie Nichtstun. Doch Nichtstun nicht im Sinne von Faulenzen und Filme anschauen, sondern eher Nichtstun im Sinne von ruhig sitzen und einfach das Denken abschalten. Sich treiben lassen und keine Gedanken und Erinnerungen aufrufen. Ich möchte von dem Gedanken weg, Meditieren nur mit dem Schneidersitz und dem “Om” in Verbindung zusetzen. Für die höheren Stufen ist dies sicherlich ein wichtiger Bestandteil zur Tiefenentspannung aber ich finde einen Anfänger schreckt dies eher ab.

Anika ich weiß du denkst da ein wenig anders doch wenn du einen Anfänger erklären müsstest was Meditation ist, was würdest du antworten?

Meditation ist ein Zustand des nicht beurteilenden Beobachtens. Bei den meisten Meditationsübungen für Anfänger beobachtest du zunächst nur deinen Atem. Du atmest ein und aus, ohne dich auf anderes zu konzentrieren. Sehr schnell merkst du, dass deine Gedanken ständig irgendwohin abschweifen. Sie wandern in die Vergangenheit, in die Zukunft, zu einem geplanten Einkauf oder zu Knieproblemen. Im “Hier und Jetzt” anwesend bist du nicht. Du bemerkst das und kommst zurück zum Atem. Das klingt simpel. Aber es ist schwer, konzentriert beim Atem zu bleiben und im Moment anwesend zu sein. Du merkst zum ersten Mal, dass wechselnde Gedanken und Gefühle ständig auf dich einhämmern und dich zu Reaktionen bewegen.

Meditation lernen – Anleitung für Anfänger

Diese Anleitung wird in unterschiedlichen Teilen aufgesplittet, du erhältst eine kleine Anleitung aus Expertensicht von Anika sowie eine unkonventionelle Anleitung von mir, dabei habe ich mich, wie bereits erwähnt, von dem Personalcoach Peter Frahm inspirieren lassen. In einem Video von ihm, wirst du einiges zum modernen Meditieren bzw. Chillen erfahren. Fangen wir mit der leichtverdaulichen Anleitung an.

Anleitung moderne Meditation / Chillen

Ich finde die traditionelle Meditation sehr interessant aber im Internet findet man immer nur schwere Anleitungen die umständlich geschrieben sind. Ich bin ein Rebell und bin eher ein Freund von Leichtigkeit, von daher möchte ich dir eine verständliche, leichte und moderne Meditationsanleitung zur Verfügung stellen. Dabei möchte ich dir die Anleitung für Meditationsanfänger von Peter Frahm vorstellen.

  • setze dich täglich 20 bis 30 Minuten locker auf einen Stuhl, jedoch nicht zu gemütlich sonst schläfst du ein, und mache einfach nichts (versuche Handys etc. auszuschalten)
  • ob du die Augen schließt oder offen lässt ist dir überlassen, wie es für dich einfacher ist
  • wahlweise kannst du Entspannungsmusik nebenher laufen lassen
  • wenn es ein anstrengender Tag war und du eigentlich keine Zeit für Meditation hast, dann meditiere eine Stunde, dein Körper wird es dir danken
  • versuche an nichts zu denken
  • stell dir vor das deine Körperteile ganz schwer werden
  • mir haben z.B. Ausschalter für jedes Körperteil geholfen (einfach nach einander denken dass du die Schultern ausschaltest, die Beine, Füße, Arme, Nacken etc.)
  • stell dir vor dass du Liebe, Friede und Dankbarkeit mit jedem Atemzug einatmest
  • lass dich einfach treiben
  • versuche immer dabei von deinen alltäglichen Gedanken loszulassen, stell dir vor du schiebst sie wie Wolken von dir weg
  • am Anfang sind die Gedanken normal, falls es zu schwierig ist, kannst du auch nach 5 Minuten aufhören und versuchen es täglich Stück für Stück zu steigern

Was bringt Meditation? Richtig meditieren lernen für Anfänger & Fortgeschrittene von Peter Frahm

Peter Frahm ist ein Personalcoach der wohl besonders durch seine Youtube-Videos bei vielen die Aufmerksamkeit geweckt hat. Wer mehr über ihn wissen möchte, kann seine Internetseite besuchen.

Für all diejenigen die das Video nicht schauen möchten oder nicht können, hier eine kleine Zusammenfassung.

Was bringt Meditation?

Laut einer Aussage von Buddha bringt Meditation nichts aber er hat dadurch folgende negative Eigenschaften und Emotionen verloren:

  • Ängste verschiedener Art, z.B: Angst vorm Tod und Angst vorm Älterwerden
  • Wut
  • Depressionen
  • Unsicherheit

Das Leben von Peter Frahm soll sich laut eigener Aussage durch das Meditieren bzw. Chillen deutlich geändert haben. Zum Beispiel bewirkte die Meditation,

  • eine stärkere innerliche Ruhe,
  • er ist im reinen mit sich selbst,
  • ein besseres Körpergefühl,
  • ein besseres Immunsystem,
  • mehr Power,
  • er geht positiver durch das Leben,
  • und er hat sein wahres “Ich” kennengelernt.

Anleitung traditionelle Meditation

Anika wie waren deine Anfänge, was hat dir Mediation gebracht und wie sollten Neugierige die ersten Meditationsübungen durchführen?

Fokussierung statt Zerstreutheitmeditation-schneidersitz

Unzählige Male reagierst du auf einen aufsteigenden gedanklichen oder emotionellen Impuls. Du wirst traurig, ängstlich oder wütend, weil du an einen Verrat, eine anstehende Prüfung oder eine vergangene Liebesbeziehung denkst. Durch das Meditieren habe ich gelernt, Gedanken und Gefühle nicht so wichtig zu nehmen, nicht auf alles zu reagieren. Während man den Atem beobachtet, wird man innerlich ruhig. Du lernst, deine Gedanken einfach wahrzunehmen, deine wechselnden Gefühle zu registrieren und wie Wolken vorbeiziehen zu lassen. Sie sind vorhanden, aber du kannst sie ohne eine Reaktion vorbeiziehen lassen. Das ist die Arbeit eines Meditations-Anfängers: bei sich selbst zu sein und alles geschehen zu lassen, ohne darauf zu reagieren. Dafür muss man das Sitzen in der Meditationshaltung erlernen. Die sorgt dafür, dass der Atemfluss ungehindert ist und du nicht einschläfst.

Die meisten Menschen, die meditieren lernen, haben zuerst Probleme mit dem Meditationssitz. Früher oder später tut einem alles weh. Es juckt irgendwo oder die Beine schlafen ein. Du bleibst trotzdem sitzen und reagierst auch darauf nicht. In der Meditation geht es um das Loslassen. Als Fortgeschrittene(r) kannst du dich um bestimmte spirituelle Themen kümmern und speziellere Meditationstechniken üben.

Unzählige Meditationsformen stehen zur Wahl

Im Buddhismus, aber auch im Christentum oder durch spirituelle Meister wurden stille und dynamische Meditationsformen entwickelt. Im Handel finden sich hilfreiche Bücher, DVDs und Hörbuchanleitungen, die das Meditieren zum Thema haben. Am einfachsten ist der Zugang zur Meditation, wenn du einen Volkshochschulkurs belegst, Dir für das Selbststudium ein Buch mit beiliegender CD kaufst oder dich an ein spirituelles Zentrum wendest.

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Man kann heutzutage verschiedene Formen der Meditation, diverse Entspannungstechniken oder einfache Yogaübungen aus Büchern lernen, um mit Krankheiten und Stress besser umzugehen. Jon Kabat-Zinn hat zum Beispiel die “Mindfulness-based Stress Reduction”, kurz MBSR, entwickelt – eine für jeden erlernbare und nicht-spirituelle Meditationsform, die heute in vielen Kliniken gelehrt wird. Genau da habe ich auch meine ersten Meditationsübungen her. Ich musste wegen meiner Herzbeschwerden und Depressionen in eine psychosomatische Klinik. Dort habe ich für die Meditation eine Anleitung bekommen und trotz aller Skepsis damit angefangen. Nebenbei habe ich Massagen und Gesprächstherapien bekommen, über die Maltherapie gelernt, meine wahren Gefühle auszudrücken statt meinen neurotischen zu folgen und mich mit Entspannungstechniken von innerem Druck zu entlasten.

Beim Meditieren bin ich trotz aller Anfangsschwierigkeiten geblieben. Ich habe unter fachkundiger Anleitung mehrere Meditationsformen ausprobiert und mich dann Zuhause durch Lesen oder CD-Anleitungen weiter damit beschäftigt. Die Meditation hat viele Formen, vom Zen-Buddhismus über die Achtsamkeitsmeditation bis zur Gehmeditation, von der MBSR über die TM bis zur “Dynamischen Meditation”. Die Meditation auf den Atem ist nur der Beginn dieser Entdeckungsreise.

Mein Leben ist heute leichter

sonne-landschaftHeute bin ich viel gesünder und zufriedener. Ich kann mich besser konzentrieren. Ich bin nicht mehr so reaktionsbereit und mein Herz ist offener für andere. Ich bin im Nachhinein froh, dass mein Herz so wehtat, weil es verschlossen und versteinert war.

Ich kann meine Depressionen heute zulassen, mich mit Entspannungstechniken, Yogaübungen und Meditation davon lösen und erkennen, dass sie vorbei gehen werden. Meine Depressionen sind nichts als gedeckelte Wut, die ich heute ansehen und auflösen kann. Ich setze mich Zuhause immer um dieselbe Zeit in eine ruhige Ecke und beobachte meinen Atem. Sobald ich abgelenkt bin, komme ich sanft zum Atem zurück. Ich bemerke meine Gedanken und Gefühle, höre Geräusche von außen und bleibe einfach entspannt und konzentriert. Irgendwann tut mir etwas weh. Mein Bein schläft ein oder meine Nase juckt. Ich lasse es geschehen. Manchmal bin ich innerlich zu aufgewühlt, um zu meditieren. Dann mache ich vor der stillen Meditation eine dynamische Meditation zu passender Musik. Danach bin ich herrlich ausgepowert und kann mich gut konzentrieren. Nach der Meditation auf den Atem übe ich Achtsamkeitsmeditation oder befasse mich in der konzentrativen Meditation mit einem Meditationsgegenstand oder Problem.

Deine Meinung ist mir wichtig

Egal welche Ansicht zur Meditation dir besser gefällt, ich hoffe dir hat der Beitrag weitergeholfen und du wirst das Meditieren mal versuchen. Ich würde mich freuen wenn du deine Erfahrungen mit einem Kommentar hinterlässt. Denn jedes Feedback motiviert mich zum Schreiben neuer Texte.

Wenn du Lust hast, kannst du dich jetzt noch mit der Yoga-Anleitung für Anfänger beschäftigen.

Und zum Schluss habe ich dir noch einmal 5 beliebte Produkte zur Meditation aufgelistet!